Was ist „Fett“, was „Öl“ und worauf sollte geachtet werden?

Das Thema „Fett/Öl“ ist ein sehr komplexes Thema.  Diesen Beitrag habe ich versucht so einfach wie möglich zu halten, um einfach eine Grundinformation zu schaffen. Für tiefergehende Informationen zu diesem Thema empfehle ich die Literatur, welche ich in den Quellen angegeben habe, oder mein Webinar zum Thema „Barf/Kochen“.

 

Unterschied „Fett“, „Öl“ und welche Funktionen damit einhergehen

Fette, auch Lipide genannt, sind organische Verbindungen zusammengesetzt aus Glyzerin und verschiedenen Fettsäuren. Fette sind meistens daran zu erkennen, dass diese bei Zimmertemperatur eher fest sind, während Öle meistens bei Zimmertemperatur flüssig sind. Sie dienen dem Körper nicht nur zur Hauptenergieversorgung, sondern haben auch Aufgaben, wie z. B.:

  •  Trägersubstanz für fettlösliche Vitamine
  • Gallensalze durch Cholesterin zu bilden
  • Bereitstellung von unentbehrlichen Fettsäuren
  • die inneren Organe zu schützen bzw. als Wärmepolster zu dienen
  • als Baustoffe für die Zellmembran und Geschmacksträger.
  • Lieferant von ungesättigten Fettsäuren (bezogen auf Öle)

Fette werden nach ihrer Molekülgröße (Kurzkettige Fettsäuren, Mittelkettige Fettsäuren und Langkettige Fettsäuren) sowie nach ihrem chemischen Aufbau unterschieden; Gesättigte Fettsäuren, Einfach ungesättigte Fettsäuren, mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Bei ungesättigten Fettsäuren kann man nun nochmal, je nachdem wo die Doppelbindung sitzt, in Omega 3-Fettsäure (EPA) und Omega 6-Fettsäure (DHA) unterscheiden. Bei den Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren ist auf ein gutes Verhältnis zu achten (ähnlich wie beim Menschen), da bei einem dauerhaft unausgewogenen Verhältnis mit einem Omega 6-Überschuss Entzündungsprozesse begünstigt werden können. Das Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 sollte bei 5:1 oder 10:1 liegen. [1, S.22]

Transfettsäuren

Transfettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, die eine Doppelbindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen haben und entstehen, wenn die ungesättigten Fettsäuren zu stark oder lang erhitzt werden.
Transfettsäuren können sich bei übermäßigem Verzehr negativ auf die Gesundheit auswirken. So können z. B. Probleme mit den Arterien auftreten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen. Das liegt daran, dass die Transfettsäuren für einen Anstieg des LDL-Spiegels (Low Density Lipoprotein, „schlechtes“ Cholesterin) im Blutserum sorgen und gleichzeitig für einen Abfall des HDL-Spiegels (High Density Lipoprotein, „gutes“ Cholesterin). [2]

Die Katze und das Pflanzenfett

Da bei der Katze die nötigen Enzyme zur Herstellung von EPA (Eicosapentaensäure, Omega 3) und DHA (Docosahexaensäure, Omega 6) aus α-Linolensäure (alpha-Linolensäure, ALA) kaum vorhanden sind, können Katzen Linolensäure nicht in die Fettsäure Arachidonsäure umwandeln. Um das nochmal zu verdeutlichen: Linolsäure wird zu y-Linolsäure (Gamma-Linolensäure), diese zu Dihomo-y-Linolsäure und die wiederum zu Arachidonsäure. Dies bedeutet einen hohen Umwandlungsaufwand, weshalb auf die Gabe der meisten pflanzlichen Fette bei der Katze verzichtet werden sollte. Die Ausnahmen sind hier Nachtkerzenöl und Borretschöl. Bei diesen Ölen startet die Umwandlung bereits bei der Dihomo-y-Linolsäure.

Lagerung & Handhabung

Öle sollten stets in abgedunkelten Gefäßen gelagert werden, damit die Vernichtung der Inhaltsstoffe durch das Tageslicht verhindert werden kann. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Öle kühl oder sogar im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Kaltgepresste Öle sind immer vorzuziehen, denn bei einer Kaltpressung werden die Öle unter 40°C erhitzt und behalten so ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Allerdings können dadurch auch Schadstoffe zurückbleiben. Auf Qualitätsöl (am besten Bio) sollte daher geachtet werden. Beim Kochen ist es daher wichtig, dass Öle nicht übermäßig erhitzt werden. Am besten werden die Öle erst am Ende des Kochvorgangs hinzugefügt.
Öle sind nach der Öffnung etwa 3 Monate haltbar (kaltgepresst) und sollten auch nur in diesem Zeitraum genutzt werden. Verschlossen kann sich guten Gewissens an das Mindesthaltbarkeitsdatum gehalten werden, wobei dieses meistens nur ein Anhaltspunkt ist, da viele Öle über dieses Datum hinaus haltbar sind.

 

Bedarf/Dosierung

Bedarf oder Dosierung sind abhängig von der jeweiligen Fütterungsart. Beim Barfen/Kochen erhält ein Hund etwa 0,3g Öl je kg Körpergewicht am Tag, während bei einer Katze pauschal 1g Öl je Kilogramm Fleisch genommen wird.

 


Quellen:
Foto:  Jill Wellington auf Pixabay
[1] Zorn, (2004), Aus dem Institut für Physiologie, Physiologische Chemie und Tierernährung, Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, München, Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München https://edoc.ub.uni-muenchen.de/2792/1/Zorn_Natalie.pdf
[2] dge (Mai 2020), transfettsäuren https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/trans-fettsaeuren/