Heute besprechen wir mögliche Auslöser für Magen-Darm Beschwerden

Kurze Einleitung

Das Verdauungssystem sorgt dafür, dass die (möglichst) vorzerkleinerte Nahrung weiter zerkleinert und aufgespalten wird und schließlich auch durch Enzyme die Möglichkeit haben, in das Blutsystem aufgenommen zu werden. Dies wird als Verdauung bezeichnet. Während des Verdauungsvorganges durchläuft die Nahrung einige Stationen: den Mund, den Magen und den Darm. Im Dünndarm findet die eigentliche Resorption (Aufnahme) der einzelnen Nährstoffe statt, während im Dickdarm hauptsächlich das Wasser dem Nahrungsbrei entzogen wird und auch die Verarbeitung von Fasern stattfindet, bis das, was nicht mehr zu verwerten ist, schließlich als Kot ausgeschieden wird.
Am Verdauungsvorgang sind noch andere Organe beteiligt, wie z. B. die Leber und die Bauchspeicheldrüse.

Was bringt die Verdauung durcheinander?

Die Verdauung kann durch viele Dingen durcheinanderkommen. Um einige Dinge zu nennen:

  • Infekte und Krankheiten (Magen-Darm-Infekt, Schilddrüsenprobleme, Bauchspeicheldrüsenprobleme, Magenschleimhautentzündung usw.)
  • Vergiftung
  • Futterwechsel
  • Futter, welches nicht dem Bedürfnis des Tieres entspricht
  • Unverträglichkeit und/oder Allergie
  • Fehler in der Fütterungstechnik
  • Es werden zu viele verschiedene Komponenten durcheinander gefüttert
  • Es werden gegarte Futtermittel mit rohen gemischt o. ä.
  • Plötzliche Futterumstellung
  • Mangel bei der Hygiene (Napf)
  • Verdorbene oder kalte Futtermittel
  • Stress/Nervosität
  • Parasiten

Magen-Darm-Beschwerden können sich u. a in Durchfall (Diarrhö) oder Erbrechen äußern. Der Auslöser kann erst einmal harmloser Natur sein und einfach nur durch eine Verstimmung (Infekt) oder Unstimmigkeit (z.B. falsches Futtermanagemend) hervorgerufen worden sein, so wie nachfolgend beschrieben, doch auch mit einer Krankheit einhergehen.
Es ist zu beachten, dass der Körper meistens mit Durchfall oder Erbrechen etwas loswerden will, was ihm nicht guttut – sofern die Faktoren nicht unbedingt Fehler im Futtermanagement, im Fressverhalten allgemein, in der Psyche (Stress) oder Sonstigem in diesem Bereich liegt.

Mögliche Ursachen

Fellpflege

Bei der Katze kann gelegentliches Erbrechen mit der Fellpflege zusammenhängen. Die Katze versucht dann, die aufgenommenen Haare durch das Erbrechen wieder loszuwerden. Im Fellwechsel oder wenn die Katze pflegeintensiveres (dickes, langes) Fell hat, sollte das Tier unterstützt werden, damit sich keine Haarballen im Verdauungstrakt ansammeln. Diese können sich nämlich festsetzen und müssen dann ggf. sogar operativ entfernt werden. Die beste Lösung ist in diesem Fall, das Tier regelmäßige zu bürsten und evtl. die Nahrung der Katze zur Regulierung der Haarballenbildung mit Fasern anzureichern, z. B. mit Flohsamenschalen (Plantago ovata) oder Zellulose, mit jeweils maximal einer Dosierung von ½ TL. Die Fasern sollten gut, am besten über Nacht, in Wasser eingeweicht und dann in kleinen Mengen unter das Futter gemischt werden.

Leerer Magen

Auch ein leerer Magen kann zu Erbrechen führen. Hier wäre es ratsam, die Abstände der Fütterungen nicht zu weit auseinander zu halten und ggf. die Ration auf mehrere Portionen am Tag aufzuteilen.

Fressverhalten

Eine andere Ursache für Verstimmungen kann in zu hastigem Fressen zu finden sein.

Verstimmung

Im Falle einer Magenverstimmung (durch z.B. zu hastiges Fressen oder das Aufnehmen ungeeigneter Nahrung, also infolge von Unstimmigkeiten), die vor allem mit Durchfall (breiiger bis wässriger Kot, mehrmals täglich) einhergeht, sollte der Hund oder die Katze für erst einmal einen Tag (höchstens zwei) keine Nahrung zu sich nehmen, um dem Magen-Darm-Trakt die Möglichkeit zu geben sich zu beruhigen. Außerdem wird so der eventuellen Entstehung von Unverträglichkeiten/Allergien vorgebeugt. Aufgepasst bei Katzen: Sollte die Katze übergewichtig sein oder sogar adipös, muss das Fasten mit dem Tierarzt abgesprochen werden, da die Katze sonst eine hepatische Lipidose (Fettlebersyndrom) entwickeln könnte, was schnell lebensbedrohlich werden kann. Bei Katzen sollte generell vor dem Fasten ein tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Wasser sollte weiterhin angeboten werden, ggf. sogar Elektrolytlösungen.
Oft ist es sogar so, dass die Tiere bei einer akuten Verstimmung selbstständig auf die Nahrungsaufnahme verzichten. In diesem Fall darf man das Tier nicht zur Nahrungsaufnahme drängen.

Krankheit/en

Wie bereits erwähnt, können verschiedene Krankheiten ebenfalls mit Durchfall und Erbrechen einhergehen wie es z. B. bei einer Schilddrüsenerkrankung oft der Fall ist. Weitere Krankheiten in diesem Bereich: Gastritis (Magenschleimhautentzündung), allgemein Probleme mit übermäßiger oder ungenügender Magensaftproduktion, Probleme mit der Leber oder mit der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Auch Nierenprobleme können sich durch Erbrechen und Durchfall zeigen.

Stress

Stress steigert die Darmmotalität und führt so zu Durchfall. Wenn die Ursache klar durch Stress auszumachen ist, kann mit verschiedenen Übungen dagegengewirkt werden und das sollte es auch, um der Entstehung von Unverträglichkeiten vorzubeugen und die Funktionen anderer Organe z. B. Bereichen des Darmes nicht auf Dauer zu beeinträchtigen.

Wurmkur

Bei den meisten Hunde und Katzen ist es normal, dass diese regelmäßig entwurmt werden. Was als Welpe und Kitten noch begründet werden könnte (z. B. weil durch die Muttermilch eine Übertragung von Würmern stattfinden kann), ist später zu hinterfragen.
Entwurmungen sind nicht prophylaktisch! Entwurmungen helfen nur, wenn ein Befall vorhanden ist. Es ist daher nicht sinnvoll, dass ein Hund oder eine Katze regelmäßig entwurmt werden sollten. Eine Entwurmung spült einmal den Magen-Darm-Trakt durch und und vernichtet dabei nicht nur mögliche Parasiten. Die Bakterien im Verdauungssystem werden quasi mitaufgeräumt (nicht gänzlich beseitigt, aber angegriffen), weswegen die Schleimhaut durch die (ständigen) Wurmkuren angegriffen werden kann. Sprich: Es findet eine Belastung statt, in der ein System immer und immer wieder dazu gezwungen wird, sich neu zu ordnen. Magen-Darm-Beschwerden können die Folge sein. Vor allem bei verdauungssensiblen Hunden/Katzen, ist der Schaden hier größer als der Nutzen.
Es reicht vollkommen, wenn in regelmäßigen Abständen beim Tierarzt eine Kotprobe abgegeben und anschließend auf Parasiten getestet wird.

Vergiftung

Eine Vergiftung kann sehr schnell entstehen, vor allem bei Hunden. Es gibt viele verschiedene Ursachen für Vergiftungen, z. B.: Reinigungsmittel oder allgemein Chemikalien, Schokolade oder nicht für das Tier geeignete Lebensmittel (wie z. B. Zwiebeln).
In so einem Fall sollte sehr schnell reagiert werden. Am besten sollte eine Notfallnummer immer bereitliegen (Tierklinik oder vom Tierarzt, sofern dieser Notdienst anbietet). Außerdem sollten Kohletabletten bereitliegen, aber Achtung! Die Kohletabletten sollten nicht eigenmächtig gegeben werden. Im Falle einer Vergiftung sollte das Tier sehr schnell zum/zur nächstgelegenen Tierarzt/Tierklinik gebracht werden. Währenddessen solltest du die Klinik bzw. den Tierarzt kontaktieren, damit sich auf das vergiftete Tier eingestellt werden kann – die mögliche Quelle der Vergiftung sollte auch so genau wie möglich genannt werden können (sofern bekannt). Der Tierarzt wird dir dann sagen, ob eine Erstversorgung mit z. B. Kohletabletten sinnvoll ist oder nicht.
Vergiftungen äußern sich u. a. in Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfen, vermehrtem Speichelfluss, Lähmungen, Verhaltensauffälligkeiten.
Nachfolgend eine grobe Liste der Dinge, die gänzlich oder teilweise giftig sind!

  • Schokolade
  • Knoblauch und Zwiebeln
  • Nachtschattengewächse (z.B. nicht reife Tomaten und deren grüne Stellen)
  • Bestimmte Nüsse
  • Manche Pflanzen

 

Dieser Beitrag war ein kleiner „Schnelldurchlauf“ über mögliche Ursachen von Magen-Darm-Beschwerden mit dem Fokus auf Durchfall und Erbrechen.

Dinge wie Unverträglichkeiten oder Allergien habe ich in diesem Beitrag noch nicht erwähnt, da ich dazu einen gesonderten Beitrag erstellen werde. Unverträglichkeiten und/oder Allergien können u.a. durch Magen-Darm-Beschwerden entstehen und sind nochmal ein ganz eigenes Thema. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass auch eine Unverträglichkeit und/oder Allergie zu Beschwerden mit den Verdauungsorganen führen kann.

Allgemein werde ich nochmal auf einzelne Themen gesondert und vor allem ausführlicher eingehen

 

 


Quellen:

Foto: lyperzyt auf Pixabay